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INTEGRATION RAUMBEZOGENER UND SATELLITENBILDGESTüTZTER DATEN IN GESCHäFTSPROZESSE

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Referenten und Vorträge - Interkommunale Kooperation am 12.09.2006

Interkommunale Kooperation aus Sicht des Landes Niedersachsen

Im Rahmen dieses Vortrages wird zunächst ein Überblick über die Strategie und die aktuelle Entwicklung der eGovernment-Einführung in der Landesverwaltung Niedesachsen gegeben. Außerdem wird über die neuen Entscheidungen der Initiative Deutschland-Online berichtet. In beiden Bereichen gibt es Entwicklungen, die für die Kommunen relevant sind. Abschließend wird auf die geplante Vereinbarung zwischen Land und kommunalen Spitzenverbänden und auf geplante bzw. laufende interkommunale Projekte eingegangen.

Dr. Martin Hube

Dr. Martin Hube ist von Hause aus Diplom-Physiker. Im Rang eines Ministerialrats ist er Referatsteilleiter im Referat CIO 1 des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport. Der Referatsteil ist zuständig für die Koordination der Einführung von eGovernment in der Niedersächsischen Landesverwaltung und für die IT-Koordination des Ministeriums.

E-Government im Flächenland – Neue Optionen für die Kooperation zwischen Land und Kommunen

eGovernment steht im Unterschied zu herkömmlichen Konzepten des Technikeinsatzes, die oft nur auf die punktuelle Unterstützung organisationsinterner Arbeitsschritte gerichtet waren, für eine informationstechnische Unterstützung kompletter Prozessketten über Organisationsgrenzen hinweg. Das beeinflusst das bestehende Institutionengefüge, insbesondere das Verhältnis zwischen Land und Kommunen.

Diese Perspektive ist trotz des gegenwärtig immer noch anhaltenden eGovernment-Hypes bisher wenig verbreitet. Im Vortrag werden die vielfältigen organisatorischen und insbesondere interorganisatorischen Gestaltungsanforderungen von eGovernment aufgezeigt, die im Ergebnis auf eine Netzwerkverwaltung hinauslaufen. Denn mit der puren Hinzufügung von Technik ist es nicht getan; eine neue institutionelle Gesamtarchitektur wird erforderlich, mit der Leistungsstrukturen grundlegend modernisiert werden können. Land und Kommunen kommen in diesem Prozess neue Funktionen und Rollen zu, die im Vortrag aufgezeigt werden. Anhand konkreter Projekte und Initiativen wird die gegenwärtige eGovernment-Entwicklung in Richtung Netzwerkmanagement und kooperative Leistungsstrukturen beurteilt.

Dr. Tino Schuppan

Dr. Tino Schuppan ist Mitgründer des Potsdamer Institute for Electronic Government (IfG.CC) und seit 2002 dessen geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Tino Schuppan beschäftigt sich mit den Veränderungen öffentlicher Leistungsstrukturen unter Nutzung neuer Informationstechnologien und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen in diesem Bereich. Weitere Themengebiete sind: Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen im eGovernment, Konfiguration öffentlicher Leistungsnetze, Public Management, Wirtschaftsförderung auf der Basis von eGovernment, Electronic Regional Governance sowie Change Management.

Prozessorientierung im eGovernment - interkommunale Herausforderung

Trotz zahlreicher bedeutender Projekte und Initiativen des Bundes und der Länder wird sich die erfolgreiche Umsetzung von eGovernment auf der kommunalen Ebene entscheiden. Doch besonders kleinere Verwaltungen sind heute kaum in der Lage, die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung von eGovernment anzugehen. Das beinhaltet auch die Verschiebung der rein auf die Technik fokussierten Perspektive. In den Mittelpunkt rückt die Betrachtung der Prozesse. Insbesondere im interkommunalen Kontext ist das eine Herausforderung, die vor allem organisatorisch zu bewältigen ist.

Sebastian Basedow

Während seines raumbezogenen Studiums hat Herr Basedow am Institut für Geoinformatik der Universität Münster unter anderem an den Themen Geodateninfrastruktur NRW und Web-GIS für die Bürgerbeteiligung gearbeitet. Seit 2001 arbeitet Herr Basedow deutschlandweit in Projekten für Kommunales eGovernment. Herr Basedow ist bei City & Bits unter anderem verantwortlich für Kundenmanagement, Marketing und Vertrieb.

Kompetenz statt Redundanz - Prozess der Verwaltungsmodernisierung im Landkreis Soltau-Fallingbostel

Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums waren bis zum Jahr 2003 im Durchschnitt bereits 45 IT-Fachanwendungen in jeder Kommunalverwaltung in Deutschland im Einsatz. Die neuen Aufgaben der Verwaltungsmodernisierung, die technisch weit höhere Anforderungen stellen, kamen noch hinzu, bargen aber auch ein hohes Potential: Portale, digitales Rathaus/Kreishaus, Doppik, OSCI, SoA... Dieses Potential wollen der Landkreis Soltau-Fallingbostel mit seinen 13 Städten und Gemeinden gemeinsam für sich mit dem Ziel erschliessen, die Arbeitsprozesse in und zwischen den Verwaltungen zu verbessern. Vor diesem Hintergrund entstand eine interkommunale Kooperation auf Kreisebene, die heute - drei Jahre später - mit oder gerade wegen aller Höhen und Tiefen zu erstaunlichen Ergebnissen geführt hat.

Thomas Körtge

Herr Körtge war nach seiner Ausbildung zunächst als Verwaltungsfachangestellter im Amt für Wohnungswesen und Bauaufsicht des Landkreises Soltau-Fallingbostel tätig, danach als Sachbearbeiter im Sozialamt der Stadt Munster beschäftigt. Im Januar 1992 wurde Herr Körtge als Verwaltungsfachangestellter für den EDV-Bereich bei der Stadt Soltau eingestellt. Er hat maßgeblich am Aufbau der EDV in der Stadtverwaltung mitgewirkt und leitet diesen Aufgabenbereich seit dem 1. Januar 1999.

Organisation und Qualitätsmanagement - Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Zusammenarbeit

Viele Kooperationen haben technologische Fragestellungen zum Gegenstand wie die gemeinsame Nutzung von eGovernment-Diensten oder den Zugriff auf einen zentralen Geodatenserver. Zur nachhaltigen Nutzung der teuren IT-Komponenten ist ein organisatorischer Rahmen, bspw. in Form eines interkommunalen Geodatenmanagements erforderlich, der alle Beteiligten in den Modernisierungsprozess integriert, Zielkonflikte frühzeitig erkennt und auflöst sowie die Verwaltungsspitze sensibilisiert.

Gleichzeitig entsteht insbesondere bei kooperativem geoGovernment ein heterogenes Informationsnetzwerk aus Geobasis- und Geofachdaten. Eine intransparente Datenqualität führt darin zu Nutzunghemmnissen und letztlich zu erhöhten Kosten. Mit den Instrumenten des Qualitätsmanagements kann dieser Schwachstelle effektiv entgegengewirkt werden.

Thore Kleinschmidt

Thore Kleinschmidt, Jahrgang 1971, schloss 1998 das Studium der Geoökologie an der Universität Karlsruhe ab. Schon während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit dem Einsatz Geographischer Informationssysteme (GIS) und baute anschließend in einem Ingenieurbüro für Umweltplanungen das Geschäftsfeld GIS auf. Seit 2002 ist Herr Kleinschmidt Mitarbeiter von Herrn Dr. Born und leitet seit 2004 als Senior Consultant den Geschäftsbereich Consulting der Firma Spatial Business Integration. Er betreut Projekte zum Aufbau von Geodatenmanagement und Geodateninfrastrukturen und entwickelt innovative Beratungsangebote für das raumbezogene Informationsmanagement in öffentlichen Verwaltungen.

Buttom up statt Top down? Kooperatives Geodatenmanagement zweier Ruhrgebietsstädte

Besonders auf kommunaler Ebene sind Kooperationen der Schlüssel zur Marktöffnung. Aufgrund der Bedeutung von GEO-Wissen für die Wettbewerbsfähigkeit dürfen der Wissenserwerb und die Wissensnutzung nicht dem Zufall überlassen werden. Haushaltskonsolidierung zwingt zu Veränderungsprozessen. Dabei ist die Veränderungsfähigkeit von Kommunen zum Wettbewerbsfaktor geworden. Der Erfahrungsbericht der Stadt Mülheim beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit der Frage, ob interkommunales Geodatenmanagement als Zukunftschance gesehen werden kann. Dabei wird aufgezeigt, wo die Hauptschwierigkeiten des Kooperationsprozesses - sowohl organisatorisch, soziologisch als auch technisch - liegen, wie sich sich Mitarbeiter und Politik in den Prozess einbeziehen lassen, welche konkreten Schritte derzeit unternommen werden und welche Schlussfolgerungen sich für andere Städte ergeben können.

Matthias Lincke

Herr Lincke ist Jahrgang 1965 und hat 1992 sein Studium der Geodäsie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Nach dem zweijährigen Vorbereitungsdienst für den höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst trat er 1994 in die Stabsstelle Vermessungs- und Katasteramt Mülheim an der Ruhr ein. Im Jahr 2002 wurde er zum städtischen Obervermessungsrat ernannt. Ab 1995 leitete er die Abteilung Datenverarbeitung, RIS, zentrale Auskunft und digitale Kartographie und wurde 1996 stellvertretender Leiter des Amtes für Geodatenmanagement, Vermessung und Kataster. Im Frühjahr 2006 übernahm er die Leitung des Amtes. Er ist maßgeblich an der Entwicklung und Koordinierung des Projektes Städtekooperation im Vermessungs- und Katasterwesen beteiligt.

eGovernment im Baugenehmigungsverfahren - Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Partnern

Die Stadt Braunschweig beteiligt sich an der Entwicklung einer internetbasierten Software-Plattform für die medienbruchfreie, digitale Darstellung des Baugenehmigungsprozesses ("Virtuelles Bauamt"). Die Zielstellung umfasst ein effizientere und transparente Bearbeitung von Bauanträgen, die Beschleunigung von Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren und die ausschließliche Verwendung von Standard-Softwareprodukten wie Office-Produkte und Web-Browser. Das Projekt wird in Kooperation mit den Gebietskörperschaften Stadt und Landkreis Osnabrück und Stadt Brandenburg sowie namhaften Softwareentwicklern bzw. -herstellern durchgeführt und soll im Ergebnis ein marktfähiges Endprodukt liefern.

Frank Meyer

Dipl.-Ing. Frank Meyer, Architekt und Stadtplaner, ist seit 2001 Leiter des Fachbereichs Stadtplanung und Umweltschutz der Stadt Braunschweig. Nach Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Landesplanung an der RWTH Aachen (1994 - 1995) und als Referendar bei der Bezirksregierung Köln (1994 - 1996) war er von 1996 bis 2001 Sachgebietsleiter "Städtebauliche Projektentwicklung" im Stadtplanungsamt Ulm.

Regionale eGovernment-Kooperation in OWL - Zielsetzung und Ergebnisse mit Schwerpunkt Geodatenmanagement

Anfang 2004 haben sich die Kreisverwaltungen in Ostwestfalen-Lippe (OWL) sowie die kreisfreie Stadt Bielefeld zu einer eGovernment- Kooperation zusammengeschlossen. Ein Schwerpunkt bildete dabei das Geodatenmanagement. Dabei galt es, ein Konzept zum Aufbau einer Geodateninfrastruktur in OWL zu erarbeiten, welches die Vernetzung der in den verschiedenen Kommunen geführten Geoinformationen beinhaltet. Die zu schaffende Infrastruktur sollte die interkommunale Zusammenarbeit fördern und die kommunalen Geschäftsprozesse durch GIS-Integration unterstützen.

Das Konzept beinhaltet u. a. eine Analyse verschiedener Formen interkommunaler Zusammenarbeit sowie einen entsprechenden Organisationsvorschlag. Darüber hinaus sind auch Ressourcenaspekte wie Anzahl der Nutzer von GIS, die erforderlichen Stellen sowie nachhaltigen Kosten in Abhängigkeit von Größenklassen der Kommunen abgeschätzt worden. Im Rahmen des Vortrages wird auch über den Projektverlauf, über Erfolgsfaktoren sowie über aufgetretene Schwierigkeiten berichtet.

Stefan Ostrau

Als leitender Kreisvermessungsdirektor beim Kreis Lippe ist Herr Ostrau verantwortlich für den Fachbereich Vermessung und Kataster, dem neben der Grundstückswertermittlung auch die Querschnittsaufgabe "Geodatenmanagement" angegliedert ist. Er ist Projektleiter für den Bereich Geografisches Informationssystem innerhalb der eGovernment-Kooperation in Ostwestfalen-Lippe.

Entwicklung der Interkommunalen Kooperation im Landkreis Harburg am Beispiel der eGovernment-Geschäftsstelle Neu Wulmstorf, Landkreis Harburg und Gemeinde Seevetal

Im Rahmen dieses Vortrages wird ein Werkstattbericht geliefert, der in erster Linie die beiden Kooperationen zwischen den Gebietskörperschaften Gemeinde Neu Wulmstorf, Landkreis Harburg und Gemeinde Seevetal in den Bereichen eGovernment und IT darstellt. Der Schwerpunkt befasst sich mit der Entwicklung der gemeinsamen eGovernment-Geschäftsstelle.

Partho Banerjea

Partho Banerjea ist Mitarbeiter der Gemeinde Seevetal und dort als Leiter der Stabsstelle E-Government tätig. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Unterstützung der Verwaltungsmodernisierung, die Umsetzung der gemeindlichen E-Government-Strategie, die Entwicklung des Ratsportales sowie Aktivitäten zum Ausbau der interkommunalen Kooperation.

Rechtsfragen interkommunaler (IT-)Kooperation

Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Kommunalverwaltungen führt an interkommunaler Kooperation in vielen Bereichen - etwa beim IT-Einsatz - kein Weg vorbei. Raum für Kooperationen ist auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Graden der Verbindlichkeit. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltungen sind nicht immer problemlos erschließbar. Anhand von Praxisbeispielen soll veranschaulicht werden, welche Formen der Zusammenarbeit rechtlich möglich sind.

Claas Hanken

Dipl.-Jur. Claas Hanken arbeitet seit 2003 als Wissenschaftler am Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib GmbH). Als ein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt ist das Interkommunale Kooperationsprojekt "Virtuelle Region Nordwest" (ViR Nordwest) im Regionalen Netzwerk E-Government Bremen/Niedersachsen zu nennen. Die ifib GmbH ist ein Forschungs- und Beratungsinstitut an der Universität Bremen.

Podiumsdiskussion: Kooperation zwischen Wunsch und Wirklichkeit - gibt es allgemeingültige Erfolgsfaktoren?

Die abschließende Podiumsdiskussion greift die unterschiedlichen Ansätze der dargestellten Projekte auf und versucht allgemeingültige Erfolgsfaktoren für Kooperationen herauszuarbeiten.

Manfred Klein (Moderation)

Herr Klein ist Chefredakteur der Zeitschrift eGovernment Computing.


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