Praxisforum für eGovernment und geoGovernment am 12. September 2006 in Braunschweig
Freiwillig aber verbindlich – dies ist eines der Erkenntnisse aus dem Praxisforum zur interkommunalen Kooperation am 12. September in Braunschweig. Rund 50 Teilnehmer aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft hatten sich im Niedersächsischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung eingefunden, um über aktuelle Entwicklungen und Fragestellung bei kooperativen eGovernment- und geoGovernment-Projekten zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von den Firmen City & Bits aus Berlin und Spatial Business Integration organisiert.
Herr Zwafelink, Stadtbaurat der Stadt Braunschweig, verwies in seinem Grußwort auf den hohen Stellenwert von Kooperationen für eine erfolgreiche Verwaltungsmodernisierung. Anschließend wurde in zehn Vorträgen und einer abschließenden Podiumsdiskussion ein breites Spektrum an Fragestellungen aufgegriffen. Erstmalig standen dabei eGovernment und geoGovernment gemeinsam im Fokus. Es zeigte sich, dass erfolgreiche Kooperationen, egal ob mit dem Schwerpunkt „e“ oder „geo“, auf freiwilliger Basis zustande kommen, gleichzeitig aber einen festen organisatorischen und rechtlichen Rahmen aufweisen müssen. Erst dann sind die Partner in der Lage, Aufgaben gemeinsam und damit wirtschaftlicher zu lösen.
Die Form der Zusammenarbeit kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Sie reicht von einer Vereinslösung über eine gemeinsame eGovernment-Geschäftsstelle bis zu Kompetenzzentren bzw. Kopfstellen. Die Referenten wiesen darauf hin, dass für diese verbindlichen Strukturen neben der hohen Motivation aller Beteiligten klare rechtliche Vorgaben und Unterstützung von Seiten der Politik, vor allem auf der Ebene der Länder, erforderlich sind.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass jedes Kooperationsvorhaben einen ganz individuellen Charakter aufweist und seine eigene Lernkurve durchläuft. Gerade der Geo-Bereich stellt sich in Kommunen und Landkreisen sehr heterogen dar. Bedingt durch die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben und spezieller Qualitätsanforderungen an Geodaten sind die Hürden für eine Zusammenarbeit oftmals höher als bei klassischen eGovernment-Projekten. Die Teilnehmer stimmten jedoch darin überein, dass bei jeder interkommunalen Kooperation eine Verbindung zu den betroffenen Verwaltungsprozessen hergestellt und von Beginn an der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund stehen muss.
Nicht zuletzt das positive Feedback der Teilnehmer am Praxisforum hat gezeigt, wie wichtig ein Erfahrungsaustausch ist, bei dem nicht nur Sonntagsreden gehalten werden. An einer Fortsetzung der erfolgreichen Veranstaltung im nächsten Jahr wird deshalb schon gearbeitet.
Zu den Eindrücken vom Praxisforum.