Worauf Statistiker schon seit Jahren hinweisen, wird jetzt auch von der Politik und der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen. Deutschland befindet sich in einem demographischen Wandlungsprozess, dessen Folgen trotz vieler Expertisen und Modelle noch niemand im Detail mit Gewissheit vorhersagen kann. Neben dem alltäglichen Wettbewerb um Investoren wird es vielerorts auch zu einer Konkurrenz um die attraktivsten Rahmenbedingungen für Einwohner kommen. Städte und Landkreis sind gefordert, sich diesem Wandel zu stellen und Konzepte zu erarbeiten, wie damit vor Ort umzugehen ist.
Dabei spielen - man ist geneigt zu sagen "wie nicht anders zu erwarten" - Geoinformationen eine bedeutende Rolle. Fragen nach der räumlichen Entwicklung der Altersstruktur innerhalb einer Gemeinde sind zu beantworten, die Bereitstellung der kommunalen Infrastruktur von Kindergärten bis zum Nahverkehr ist anzupassen. Wo der eine Landkreis den Rückbau von Wohnraum planen muss, sind andernorts Flächenreserven zu ermitteln.
GIS kosten Geld und angesichts knapper Finanzen werden von der Politik auch hier immer wieder Einsparmöglichkeiten gesucht. Angesichts der zukünftigen Aufgaben liefert, neben vielen anderen wichtigen Anwendungsgebieten, die demographische Entwicklung gute Argumente nicht nur für eine Beibehaltung des Status quo, sondern sogar für Investitionen in ein GIS.