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INTEGRATION RAUMBEZOGENER UND SATELLITENBILDGESTüTZTER DATEN IN GESCHäFTSPROZESSE

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Geo-Analysen in E-Government-Prozessen

Es müssen nicht immer Anwendungen für Bürger oder Unternehmen sein. Wenn es um die Integration von Geodaten in E-Government geht, lohnt sich ein Blick in die internen Prozesse der Verwaltungen, zum Beispiel die klassische Baugenehmigung. Die für die Verfahren erforderlichen räumlichen Analysen können zum Teil vollständig automatisiert werden, ohne ein GIS.

Möglichkeiten zur Analyse sind gefordert

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Geo-Analyse im E-Government

Bei der Verbindung von E-Government und Geodaten steht vielfach die Visualisierung in Form von Karten für Bürger und Unternehmen im Vordergrund. In den internen Arbeitsabläufen einer Verwaltung liefert diese Darstellung jedoch nicht immer die gewünschten Ergebnisse. Der Sachbearbeiter möchte vielmehr bestimmte Objekte nach vorgegebenen Kriterien selektierten und diese Objekte anschließend weiter bearbeiten, beispielsweise im Baugenehmigungsverfahren.

Bei einem Bauantrag muss eine Vielzahl von Geodaten wie Altlasten, Baudenkmäler und Gewässer hinsichtlich ihrer Relevanz für ein Bauvorhaben nach gesetzlichen Vorgaben überprüft werden. In Abhängigkeit des Abstandes von dem betroffenen Flurstück entscheidet sich, wer im weiteren Verlauf des Verfahrens zu beteiligen ist und wo intensive Prüfungen vorzunehmen sind.

Nutzung von einem der ältesten IT-Standards

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Funktionsweise der Geo-Analyse

Obwohl diese Aufgabe von jedem klassischen Geoinformationssystem gelöst wird, kann die Praxis Probleme bereiten. Die für die Baugenehmigung zuständigen Fachämter haben oftmals nur Zugriff auf ein Web-GIS, das bei der Kopplung mit einem Fachverfahren wie ProBauG auf das betroffene Flurstück zoomt. Für die oben dargestellte Analyse bedarf es darüber hinaus spezieller GIS-Funktionen wie der Verschneidung und Distanzanalyse, die ein reines Web-GIS meist nicht zur Verfügung stellt. Der entsprechende Web-Service mit Analysefunktionen WPS (Web Processing Service) ist noch kein offizieller Standard der OGC und bedarf zudem einer aufwendigen, individuellen Anpassung.

Bei solch einer Konstellation bietet es sich an, das GIS zu umgehen und mit einem der ältesten IT-Standards, der Standard Query Language SQL, ohne Umwege direkt auf die Geodaten durchzugreifen. Voraussetzung ist, dass die Geodaten in einer relationalen Datenbank OGC-konform abgelegt sind. Neben den Vorreitern wie Oracle und PostgreSQL sind heutzutage auch MySQL, die DB2 von IBM und sogar – mit etwas Nachhilfe – der SQL Server von Microsoft dazu in der Lage. Die meisten GIS-Programme unterstützten inzwischen diese Art der Speicherung.

Landkreis in Hessen und die Stadt Bonn nutzen Geo-SQL

Für die medienbruchfreie Integration in E-Government-Prozesse ist es entscheidend, dass die Geo-SQL-Abfragen von jedem beliebigen Arbeitsplatz in einer Verwaltung aufgerufen werden können, unabhängig davon, ob sie Zugang zu einem GIS besitzen oder nicht. Ein Landkreis in Hessen nutzt diese Möglichkeit schon seit dem Jahr 2006.

Die zuständigen Sachbearbeiter geben über eine Browser-Oberfläche das Aktenzeichen eines Bauantrages ein. In einer Oracle-Datenbank wird das zugehörige Flurstück selektiert und anschließend werden automatisch auf dem Hessischen Baugesetzbuch basierende Analysen auf allen wichtigen Geodaten durchgeführt. So müssen beispielsweise Kulturdenkmäler in einem Umkreis von 250 m um ein Bauvorhaben berücksichtigt werden. Es werden auch die betroffenen Flächennutzungs- und Bebauungspläne vom dem Programm selektiert.

Die Listen mit den selektierten Objekten werden wiederum im Browser angezeigt. Sie dienen dem Bauordnungsamt als Grundlage für die Entscheidung, wer zu beteiligen ist und den beteiligten Dienststellen als Grundlage für die Erarbeitung ihrer Stellungsnahmen. Auch die Stadt Bonn nutzt Geo-SQL in großem Umfang, auf Basis der Open Source Datenbank PostgreSQL mit der Erweiterung PostGIS.

Geo-SQL hervorragende Ergänzung zu GIS

Geo-SQL stellt eine hervorragende Ergänzung zu klassischen GIS und Web-Services dar. An den Stellen, wo die Bereitstellung eines GIS mit eigenen Analyse-Funktionen zu teuer ist, können über Geo-SQL einfache oder auch komplexe Abfragen mit geringem Aufwand in die Arbeitsabläufe integriert werden. Dies kann beim Bürgerservice Bauen die Abfrage eines gültigen Bebauungsplanes zu einem Flurstück sein oder beim Einwohnermeldeamt die automatische Zuordnung von An- oder Ummeldungen zu Wahl- oder Schulbezirken.


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